Es gibt einen Moment im Jahr, der fast unbemerkt verstreicht. Die Tage werden etwas länger, das Licht verändert sich, und plötzlich fühlt sich die Nachmittagssonne schon mild an. Für die meisten Pferdebesitzer ist das vor allem eine erfreuliche Aussicht: Der Frühling steht vor der Tür. Wenn Ihr Pferd jedoch anfällig für Sommerekzem ist, dann ist dies auch der Moment, in dem Sie etwas bewirken können – noch bevor Sie die ersten Scheuerstellen sehen.
Sommerekzem scheint nämlich oft „plötzlich“ zu beginnen: ein rauer Mähnenkamm, ein gereizter Schweifansatz, Unruhe in der Dämmerung oder Scheuern an allem, was in der Nähe steht. In Wirklichkeit baut sich das Problem meist langsam auf. Und deshalb wirkt ein Ansatz, der erst mit einer Decke und der Versorgung von Wunden beginnt, oft wie das Löschen eines Brandes: notwendig, wenn es schiefgeht, aber selten der effektivste erste Schritt.
Der präventive Ansatz beginnt früher und grundlegender: Die Bekämpfung von Sommerekzem beginnt nicht mit einer Decke und der Heilung von Wunden, sondern mit Gesundheit von innen heraus und der Unterstützung der Hautbarriere. Wenn man diese Logik einmal verstanden hat, fallen Entscheidungen in Bezug auf Management und Produkte viel natürlicher.
Was bei Sommerekzem passiert: ein kleiner Biss, eine große Reaktion
Die Ursache für Sommerekzem ist mittlerweile allgemein bekannt. Sommerekzem ist im Grunde eine Überempfindlichkeitsreaktion auf den Stich von Mücken: kleine, mückenähnliche Insekten. Nicht der Stich selbst ist das Problem, sondern Stoffe im Speichel, auf die manche Pferde stark reagieren. Diese Reaktion findet größtenteils in der Haut statt und das sichtbarste Anzeichen ist Juckreiz.
Juckreiz ist an sich schon unangenehm, aber das eigentliche Problem beginnt oft erst danach: Scheuern. Ein Pferd, das scheuert, beschädigt die Hautbarriere. Und diese Hautbarriere ist viel mehr als nur eine dünne Hautschicht: Sie ist ein funktionelles Abwehrsystem.
Man kann sich die Haut wie eine Mauer vorstellen: Hautzellen sind die Ziegelsteine, dazwischen befindet sich eine Lipidschicht (Hautfette) als Zement. Zusammen mit dem richtigen Feuchtigkeitshaushalt und dem Hautmikrobiom (den Mikroorganismen, die standardmäßig auf der Haut leben) bildet dies eine Barriere, die Reize dämpft und die Haut widerstandsfähig hält. Ist diese Barriere beschädigt, verliert die Haut schneller Feuchtigkeit, reagiert empfindlicher und wird schneller gereizt. Das führt dazu, dass der nächste Reiz, ein neuer Biss, Wärme, Schweiß oder Reibung, eine noch heftigere Reaktion auslöst. So entsteht der bekannte Teufelskreis: Biss → Juckreiz → Scheuern → Beschädigung der Barriere → noch schnellerer Juckreiz.
Warum Timing so wichtig ist (und warum man oft zu spät anfängt, ohne es zu merken)
Viele Besitzer beginnen erst, wenn der Juckreiz sichtbar wird. Das ist logisch: Man sieht das Problem und handelt entsprechend. In der Praxis ist man dann jedoch oft schon einen Schritt zu spät. Nicht, weil man etwas falsch macht, sondern weil sich die Haut bereits in einem reaktiven Zustand befindet. Prävention funktioniert gerade deshalb, weil man versucht, einer Eskalation zuvorzukommen.
Mit anderen Worten: Sie müssen nicht warten, bis es wirklich Sommer ist. Sommerekzem ist kein Kalenderproblem, sondern ein Reizproblem. Sobald die Bedingungen für Mücken günstiger werden (mehr milde Tage, mehr Feuchtigkeit, mehr Aktivität in der Dämmerung), steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein empfindliches Pferd wieder in diesen negativen Kreislauf gerät. Und genau in dieser Aufbauphase davor möchten Sie, dass die Grundlage bereits vorhanden ist.
Über Duft, ätherische Öle und die praktische Realität des „Verflüchtigens“
Im Zusammenhang mit Insekten und Juckreiz gibt es viele Produkte, die vor allem auf Duftstoffen basieren, oft mit ätherischen Ölen. Ätherische Öle können in der Naturkosmetik durchaus ihren Platz haben, aber es gibt eine praktische Einschränkung: Viele Duftstoffe sind flüchtig. Sie verdunsten relativ schnell, insbesondere bei Wärme, Wind, Schweiß, Regen oder bei einem Pferd, das sich gerne wälzt und reibt. Das bedeutet, dass die Wirkung in der Praxis oft kürzer ist als erhofft, sodass Sie das Produkt häufiger erneut auftragen müssen oder die Behandlung weniger effektiv ist.
Das ist keine Wertung, sondern eine realistische Beobachtung: Bei Sommerexzem möchte man in der Regel mehr als nur einen Duft. Man sucht auch Hautkomfort, Feuchtigkeitsbalance und Barrierefunktion. Und hier kommen andere Inhaltsstoffe ins Spiel, darunter Fettsäure- und Monoglyceridstrukturen, die man nicht nur wegen ihres Dufts wählt, sondern vor allem wegen ihrer unterstützenden Wirkung auf die Haut.
Die Rolle der Fettsäuren: Nicht die Haut fettig machen, sondern die Hautumgebung unterstützen
Wenn Menschen das Wort „Fett“ hören, denken sie schnell an das Einreiben mit einer fettigen Schicht. Aber Fettsäuren sind etwas anderes als das Einreiben mit Fett. Fettsäuren sind kleine Bausteine, die natürlicherweise im und auf dem Körper vorkommen. Sie sind Teil der Zellmembranen und der Hautlipidschicht: der „Zementschicht“ zwischen den Hautzellen, die dazu beiträgt, die Haut geschmeidig zu halten und den Feuchtigkeitsverlust zu begrenzen.
Was Fettsäuren im Zusammenhang mit Sommerekzem besonders interessant macht, ist, dass sie nicht nur die Barrierefunktion stärken, sondern auch die Hautumgebung verbessern. Die Haut ist nämlich keine sterile Schicht: Auf ihr lebt ein Mikrobiom aus Bakterien und Hefen. Wenn die Haut gereizt oder durch Reibung geschädigt wird, kann dieses Gleichgewicht leichter gestört werden. Und genau dann können unerwünschte Bakterien leichter Fuß fassen. Bestimmte Fettsäurestrukturen (und ihre Derivate, wie Monoglyceride) werden in der wissenschaftlichen Literatur aufgrund ihrer hemmenden Wirkung auf solche unerwünschten bakteriellen Belastungen beschrieben. Daher kann ein auf Fettsäuren basierender Ansatz zu einer ruhigeren Hautumgebung beitragen, insbesondere in einer Jahreszeit, in der die Haut ständig gereizt wird.
Gleichzeitig ist es wichtig, realistisch zu bleiben: Sommerekzem ist komplex und variiert je nach Pferd und Jahreszeit. Diese Inhaltsstoffe sollten daher nicht als Garantie, sondern als Teil eines größeren Plans verwendet werden: die Hautbarriere widerstandsfähig zu halten und das Risiko zu verringern, dass ein Biss direkt zu Juckreiz, Scheuern und weiteren Schäden führt.
Und wenn man diesen Mechanismus einmal verstanden hat, wird die praktische Umsetzung ganz logisch. Große Flächen erfordern ein Produkt, das sich schnell und gleichmäßig verteilen lässt (praktisch für Bauch, Beine und Rumpf). Die bekannten Hotspots, wie Mähne und Schweifansatz, erfordern hingegen ein Produkt, das gezielt haften bleibt und dort wirklich als Schutzschicht wirken kann. Aus dieser Logik heraus kommt man zu einer Kombination aus Spray für den ganzen Körper und Lotion für die empfindlichen Stellen.
Warum die Darmflora in eine Hautgeschichte gehört
„Was haben die Eingeweide mit der Haut zu tun?“ ist eine Frage, die wir oft hören, und ehrlich gesagt ist es eine gute Frage. Die Antwort lautet nicht, dass Sommerekzem in den Eingeweiden verursacht wird, sondern dass der Körper des Pferdes ein einziges System ist. Die Haut ist eine Barriere. Das gilt auch für die Darmwand. Beide stehen in Kontakt mit dem Immunsystem und sind auf ein stabiles inneres Milieu angewiesen.
Wie bereits beschrieben, unterstützt die Darmflora das Immunsystem beim Lernen. Eine gesunde Darmflora ist in der Lage, das Immunsystem dazu anzuregen, zwischen Nährstoffen und (gefährlichen) Nicht-Nährstoffen zu unterscheiden. Umgekehrt gilt: Eine weniger gut funktionierende Darmflora ist weniger in der Lage, diese Rolle zu erfüllen.
Deshalb empfehlen wir auch die Kombination aus Hautunterstützung mit Happy Belly Solid zur inneren Unterstützung, wobei sogar von einem Synergieeffekt gesprochen wird, wenn diese Produkte zusammen angewendet werden.
Die praktische Umsetzung ist einfach: Wenn Sie jedes Jahr wieder Reparaturen durchführen müssen, ist es sinnvoll, auch das Fundament zu überprüfen. Nicht als schnelle Lösung, sondern als Teil eines Plans, der der Komplexität von Sommerekzemen besser gerecht wird.
Vom Wissen zur Routine: Warum Spray und Lotion sich ergänzen
Wenn man den Kern versteht – Reiz → Reaktion → Barriere → Eskalation –, dann geht es bei der Produktauswahl plötzlich weniger darum, das beste Mittel zu finden, sondern vielmehr darum, das richtige Werkzeug am richtigen Ort einzusetzen.
Ein Spray ist praktisch, weil du damit große Körperpartien schnell und gleichmäßig behandeln kannst. Eine Lotion ist sinnvoll für Stellen, die zuerst reagieren, an denen Reibung auftritt oder an denen du ein Produkt möchtest, das gezielt wirkt und als Schutzschicht dienen kann.
Happy Skin Hautspray: für den ganzen Körper
Happy Skin Hautspray ist ein Hautprodukt für Pferde und Ponys, die empfindlich auf Mückenstiche reagieren. Das Spray enthält feuchtigkeitsspendende, kühlende und antibakterielle Inhaltsstoffe. Die Wirkstoffbasis besteht aus spezifischen pflanzlichen Fettsäuren und Monoglyceriden aus pflanzlichen Fettsäuren; diese Stoffe machen Pferde für Mücken weniger attraktiv und unterdrücken die Überreaktion auf den Stich. Die Monoglyceride unterstützen die Hautregeneration, lindern den Juckreiz und reduzieren den Bakteriendruck. Das Spray ist für den gesamten Körper geeignet, z. B. für Bauch, Beine und Rumpf, und wird für den täglichen Gebrauch vom frühen Frühling bis zum späten Herbst empfohlen.
Ein Detail, das in der Praxis wirklich hilft: Manche Pferde erschrecken sich vor dem Geräusch des Sprühens. Deshalb gibt es auch eine Dosierkappe, mit der Sie die Flüssigkeit auftragen und in Mähne und Schweif einmassieren können, sodass eine gleichmäßige Anwendung möglich bleibt.
Happy Skin Hautlotion: für empfindliche Hautstellen
Für empfindliche Bereiche wie Ohren, Schwanzansatz, Kopf und Mähne wird die Happy Skin Hautlotion empfohlen. Die Lotion bildet eine Schutzschicht auf Basis der richtigen Fettsäuren auf der Haut und hilft so, die Auswirkungen von Allergenen zu reduzieren. Die Fettsäuren erschweren es außerdem den Mücken, zu landen und zu stechen, sie unterstützen die Linderung des Juckreizes und die Wirkung hält bis zu 24 Stunden an.
Wie ein präventiver Ansatz in der Praxis aussieht
Ein Plan funktioniert nur, wenn man ihn konsequent umsetzt. Deshalb ist die beste Routine nicht die komplizierteste, sondern die logischste. Die grundlegende Frage lautet: Wo reagiert Ihr Pferd zuerst? Bei manchen ist es die Bauchnaht, bei anderen die Mähnenkamm, bei wieder anderen vor allem der Schweifansatz oder der Kopf. Das sind Ihre Signale, und genau dort möchten Sie, dass die Hautbarriere bereits unterstützt wird, bevor das Scheuern beginnt.
Viele Besitzer stellen außerdem fest, dass Beständigkeit mehr bewirkt als Intensität. Nicht einmalig sehr viel, sondern täglich Spray und gezielte Lotion an den richtigen Stellen. Und wenn Sie auch intern unterstützen, schaffen Sie eine Grundlage, die die Saison oft etwas besser bewältigbar macht.
Daher ist es sinnvoll, dies als Gesamtplan zu betrachten:
- von innen: Happy Belly Solid zur Unterstützung des Systems,
- Von außen: Happy Skin Hautspray für den ganzen Körper und Happy Skin Hautlotion für die Hotspots.
Der Faktor, der am häufigsten unterschätzt wird: konsequent bleiben
Viele Geschichten über Sommerekzem handeln von dem einen Produkt, das endlich gewirkt hat. In der Praxis sieht man jedoch häufiger, dass der Unterschied gerade durch die Kombination aus Timing, Verständnis und Routine gemacht wird. Rechtzeitig beginnen, verstehen, was man zu verhindern versucht (den Juckreizzyklus und die Barrierezerstörung), und dranbleiben, auch wenn es gerade ruhig zu sein scheint.
Das ist vielleicht weniger spektakulär als eine schnelle Lösung, aber dafür realistischer. Sommerekzem ist komplex und bei jedem Pferd unterschiedlich. Genau deshalb hilft ein logisch aufgebauter Plan: zuerst die Basis mit Happy Belly, dann die Barriere mit Happy Skin.
Zum Schluss: Möchten Sie, dass wir mit Ihnen mitdenken?
Sind Sie sich nicht sicher, welche Stellen bei Ihrem Pferd die eigentlichen „Hotspots“ sind oder wie Sie eine Routine entwickeln können, die zu Ihrem Stallmanagement und Weidegang passt? Dann helfen wir Ihnen gerne dabei, einen Plan zu entwickeln, den Sie durchhalten können und der Ihrem Pferd so angenehm wie möglich durch die Saison hilft.
Literatur:
Wirksamkeitsbewertung von mittelkettigen Fettsäuren als Haut- und Raumrepellentien gegen Aedes aegypti (Diptera:Culicidae) Mücken (Journal of Medical Entomology)
URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36562151/
Aedes aegypti (Diptera: Culicidae) Bissabschreckung: Struktur-Wirkungs-Beziehung von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren (Journal of Medical Entomology, 49(6), 1370–1378)
URL: https://doi.org/10.1603/me12026
Besser als DEET: Repellentien aus Kokosnussöl. (Scientific Reports, 8(1), 14053)
URL: https://doi.org/10.1038/s41598-018-32373-7
Equine Keratinozyten in der Pathogenese der Überempfindlichkeit gegenüber Insektenstichen (PLOS ONE)
URL: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0266263
Cytokine und Chemokine Hautgenexpression bei akuten allergischen Hautläsionen aufgrund von Insektenstich-Überempfindlichkeit (IBH) bei Pferden (Frontiers in Immunology, Volltext)
URL: https://www.frontiersin.org/journals/immunology/articles/10.3389/fimmu.2024.1414891/full
Untersuchung der Epithelbarriere und der Immunsignaturen bei Insektenüberempfindlichkeit bei Pferden (PMC-Volltext)
URL: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7188278/
Understanding Insect Bite Hypersensitivity in Horses (MDPI, open access)
URL: https://www.mdpi.com/2313-5786/5/3/31